Instrumente

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Schalmei - was ist das?



Die Geschichte der Schalmei:

Zuerst muss gesagt werden, dass die heutige Schalmei (fast) nichts mit der ursprünglichen Schalmei zu tun hat.


Die ursprüngliche Schalmei war schon bei den alten Griechen – also etwa 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung – bekannt.
Dieses Instrument wurde „Aulos“ genannt, war aus Holz und hatte ein Doppelrohrblatt, wie es die heutigen Oboen haben.


In Indien gab es seit etwa 1000 v. Chr. Schalmeien, die dort „Otou“ (ähnlich dem Wort „Oboe“) hießen.
Nach Mitteleuropa kam die persische Schalmei „Surna“ (in Indien auch „Shanai“ bezeichnet) erst durch die Kreuzfahrer im 12./ 13. Jahrhundert.
Daraus entwickelte sich ab dem 17. Jh. die heutige Oboe.
Es gab aber auch schon in der Antike Windsack-Schalmeien.
Diese waren die Vorfahren des heutigen Dudelsacks.


Aber zurück zu unserer Schalmei:

Das einzig Verbindende der antiken und der heutigen Schalmei ist folgendes Prinzip: Die Bläser der hölzernen Schalmei nahmen das Mundstück ganz in den Mund, so dass der Mundraum als Windkapsel benutzt wurde.
In der Windkapsel unserer Spielleuteschalmei, wie sie auch zur Unterscheidung genannt wird, stecken die Membrane, die dann durch Luftzug zum Schwingen kommen und Töne erzeugen.
Die Spielleuteschalmei ist ein Blechblasinstrument, das allerdings im Gegensatz zu den Trompeten nur durch Drücken der Ventile unterschiedliche Töne erzeugen kann.
Die Lippenstellung ist beim Spielen also egal.
Innerhalb der Blechbläser gehört sie zur Familie der Martinshörner.


Sie wurde zuerst neben Ballhupen für Autofahrer als Warnfanfare gebaut.
Es gab sie entweder zwei- oder viertönig.
Ein solches Instrument baute Max B. Martin für den damaligen Kaiser Wilhelm II.
Daher wird dieses Instrument „Kaiserfanfare“ genannt.
Manche Sportvereine besitzen noch solch eine „Fanfare“.
Da man aber mit ihr keine richtigen Melodien spielen konnte, entwickelte Max B. Martin 1905 eine achttönige Spielleuteschalmei, die heute noch unter „Martinstrompete“ bekannt ist.


Später wurden die Martinstrompeten in verschiedenen Tonlagen gebaut, damit ganze Kapellen gebildet werden konnten.
Seit den 20er Jahren hatten viele Turn- und Radsportvereine, Feuerwehren und kommunistische Verbände solche Martinstrompeten.
Der Grund ist einleuchtend: Die Spielleuteschalmei war einfach zu bedienen und kostete auch nicht so viel wie die anderen Blasinstrumente.
Im Dritten Reich wurde diese Musik (wegen der Verbindung zum Kommunismus) verboten und die Instrumente eingeschmolzen.
Diese Tradition lebte erst wieder in der DDR auf.
In Süddeutschland erlebte die Spielleuteschalmei vor allem in der Fasnachtsmusik ein Comeback.



Die Schalmeien-Familie:

Die ersten Martin-Trompeten wurden diatonisch zusammengesetzt, d. h. man nahm keine „Zwischentöne“ (vergleichbar den schwarzen Tasten beim Klavier).
Diese Instrumente bilden noch heute den Grundstock jeder Schalmeienkapelle.
Dadurch kann nur in C-Dur gespielt werden.
Interessant dabei ist, dass die Noten selbst oft in F-Dur, also vier Töne tiefer, gedruckt sind.
Man spielt also z. B. ein a´, was aber ein klingendes e´´ ist.

Um dieses Problem der „Zwischentöne“ zu beseitigen, gibt es seit 1996 chromatische Spielleuteschalmeien.
Diese haben 16 Schallbecher, also auch 16 Töne zur Verfügung.
Damit können alle Töne der chromatischen Tonleiter gespielt werden.
Außerdem ist der Tonumfang bei diesen chromatischen Martin-Trompeten um drei Töne größer.


Die Arten:

Kaiserfanfare:
Oft noch vorhanden, wird aber in den wenigsten Fällen gespielt!
Hier ist ein Instrument in B-Dur abgebildet.
Wir selbst haben aber eine Kaiserfanfare in G-Dur.


 


Sopran:
Dieses Instrument übernimmt die Funktion der ersten Stimme.
Die Sopran-Trompete gibt es in liegender und stehender Form, wobei die gerade Version verbreiteter ist.

 




Alt:
Hier findet sich die zweite Stimme der Kapelle wieder.
Ebenso wie das Sopran-Instrument, werden hier zwei Formen angeboten, wobei wiederum die gerade wesentlich öfter in Gebrauch ist. Tonumfang: e´- e´´




 


Tenor:
Die Tenor-Trompete ist noch nicht so alt.
Weshalb sie auch nicht so verbreitet ist wie die vorherigen.
Zudem ist sie oft nur eine weitere Füllstimme.
Das Instrument gibt es nur in stehender Form.
Weiterhin interessant ist, dass das Tenor als einzige Spielleuteschalmei eine durchgehende Dur-Tonleiter spielen kann. Sein Tonumfang: c´- c´´



Bariton (ohne Abbildung):

Ursprünglich gab es dieses Instrument in gerader Form.

Durch das enorme Gewicht– es ist ja immerhin doch über einen Meter lang – wird es nur noch in stehender Form gebaut.

Bevor die Tenor-Trompete auf den Markt kam wurde das Bariton als zweite Füllstimme benutzt.

In den neueren Liedern findet man immer mehr das Bariton als rhythmisches Begleitinstrument.

Der Tonumfang entspricht dem des Soprans, nur eine Oktave tiefer.





Accord:

Wie das Tenor, ist die Accord-Schalmei relativ jung.

Sie ist etwas kleiner als die Bariton-Schalmei, hat aber bis auf das g´ (hier: fis´) den selben Tonumfang.

Es werden immer drei Töne gleichzeitig gespielt.

Dadurch ergeben sich vier Akkorde: G-Akkord (g-h-d´), C-Akkord (g-c´-e´), F-Akkord (a-c´-f´) und D-Akkord (a-d´-fis´).

Der D-Akkord wird dann benötigt, wenn ein Lied von C-Dur in G-Dur umgeschrieben wurde, damit der gesamte Tonumfang des Liedes mit dem Sopran gespielt werden kann.

(Ich weiß, hört sich kompliziert an...)





Bass:

Die Bass-Trompete ist nur wenig verbreitet.

Es gibt sie in unterschiedlichen Formen: Aufrecht stehend und als Rundbass, den man um den Bauch legt.

Sie hat nur vier Schallbecher und daher nur zwei Ventile.

Die Töne sind: G, H, c, d

Interessantes: Der Bass wurde anfangs wohl mit den Tönen F, G, c, d gebaut (was ja zum Accord wesentlich besser passen würde)





 



Es gibt natürlich noch wesentlich mehr Instrumente (vor allem für die Begleitung); die hier aufgelisteten Schalmeien sind die gängigsten Fanfaren.



Wer noch mehr Infos zur Schalmeien-Familie erfahren möchte, schaut einfach mal unter www.maxbmartin.de nach.